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Digitale Lern-App für Zahnmediziner trainiert Diagnosesicherheit

Förderung durch Innovationsfonds Lehre der Unimedizin Rostock

Rostock – Die Möglichkeiten des Einsatzes digitaler Lehrverfahren sind noch längst nicht ausgeschöpft, wie das Projekt „DentoprApp“ (sprich: „dentopräpp“) aus der Poliklinik für Kieferorthopädie der Unimedizin Rostock zeigt. Die Zahnärztin Dr. Valeria Behnke und die wissenschaftliche Mitarbeiterin Ines Bender entwickelten das Konzept für ein digitales Lerntool für Zahn­mediziner. Für die Umsetzung erhielten sie nun eine Fördersumme von knapp 30.000 Euro aus dem Innovationsfonds Lehre 2022 der Unimedizin Rostock.

Nach den Phantomkursen sind die hand­werklichen Fähigkeiten der angehenden Zahnmediziner gut geschult. Die klinische Praxis erfordert allerdings auch die richtigen diagnostischen Entscheidungen für eine erfolgreiche Therapie. Das Lernen direkt am Patienten ist nur begrenzt möglich, denn nach dem Prinzip des fehlerbasierten Übens widerspräche das den ethischen Normen. Das digitalisierte Training von diagnostischen Entscheidungsabläufen bietet deshalb für die studentische Ausbildung in der Patientenbehandlung große Vorteile.

Zahnärztin Dr. Valeria Behnke erläutert das Konzept: „Die App ist als Anreicherung und Begleitung der Präsenzlehre gedacht. Sie kann sowohl außerhalb der klinischen Kurse von den Studierenden genutzt werden, als auch durch die Lehrenden in die Kurse eingebunden werden.“ Die „DentoprApp“ soll dabei helfen, komplexe und interdisziplinär zu betrachtende Fälle einwandfrei zu diagnostizieren und bietet dafür Fallstudien, Befunderhebungen, Röntgenbilder und virtuelle Modellanalysen. Zusätzlich können die Anwender ihre Leistungen ständig durch Multiple-Choice-Abfragen überprüfen und verbessern. Der Schwierigkeits­grad bei den Fällen und den Fragen kann gesteigert werden. All das wird virtuell und vom Lernenden selbst gesteuert.

Nach Testung eines Prototypen soll die zu entwickelnde Vollversion erweiterbar sein, so dass immer neue Patientenfälle und Fragen eingespeist werden können. Damit werden viel mehr verschiedene Fälle zur Bearbeitung bereit stehen, als es die Kurslehre allein vermitteln könnte. „Wir sind dankbar für die Förderung unseres Projektes durch die Fakultätsleitung der Universitäts­medizin Rostock und freuen uns, einen Beitrag zur Verbesserung der Lehre durch digitale Lernformate und -technologien leisten zu können“, betont Ines Bender, Koordinatorin des Projektes.

Die Medizinische Fakultät der Universitätsmedizin Rostock fördert dieses und fünf weitere moderne Lehrformate aus dem hauseigenen Innovationsfonds. Insgesamt 100.000 Euro investiert die Fakultät im Jahr 2022. „Damit tragen wir dazu bei, die Lehre in allen Studiengängen der Medizinischen Fakultät zu verbessern und weiterzuentwickeln,“ erklärt Prof. Dr. Emil Reisinger, Dekan und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Unimedizin Rostock.

Ansprechpartnerin für die Presse:
Universitätsmedizin Rostock, Susanne Schimke, Tel.: +49 (0) 381 494 50 90, susanne.schimke@med.uni-rostock.de

Umbauten an Rostocker Zahnmedizin sichern Versorgung und Lehre

Staatssekretär a.D. Dr. Stefan Rudolph zur Fertigstellung eingeladen

Ein zusätzliches Behandlungszimmer, mehr Platz zwischen den Behandlungsstühlen, ein professionelles Aufzeichnungssystem für Vorlesungs- und Laborvideos – die Poliklinik für Kieferorthopädie der Unimedizin Rostock ist nun optimal ausgestattet, um die Krankenversorgung und den Lehrbetrieb auch in Pandemiezeiten aufrecht erhalten zu können. Möglich wurden die Umbaumaßnahmen durch eine Zuwendung von 314.000 € aus dem Sondervermögen „MV-Schutzfonds“ des Landes Mecklenburg-Vorpommern für durch Corona verursachte Mehrbedarfe. Zum Abschluss der Baumaßnahmen besichtigte der frühere Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit MV und heutige Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes Vorpommern e.V. Dr. Stefan Rudolph auf Einladung der Klinikleitung die fertigen Umbauten. 

Mit dem Dekan und Stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden, Prof. Dr. Emil Reisinger, und der geschäftsführenden Direktorin der Klinik und Polikliniken für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde „Hans Moral“, Prof. Dr. Franka Stahl, sah er sich die neuen Räume und die technische Ausstattung an und tauschte sich über die weiteren Herausforderungen in der Corona-Pandemie aus. Angesichts der zu erwartenden nächsten Corona-Welle im Herbst erklärte Reisinger: „Dank der baulichen Umgestaltung können die Kontakte zwischen Mitarbeitern, Patienten und Studierenden weiter reduziert und damit ein mögliches Ausbreitungsrisiko minimiert werden. So kann die wertvolle kieferorthopädische Arbeit und die Weiterbildung der Fachzahnärzte auch bei einem möglichen steigenden Infektionsgeschehen weitergehen."

Auch Prof. Dr. Franka Stahl ist froh über den Abschluss der Bauarbeiten: „Dr. Rudolph hat uns im letzten Jahr bei der Bewilligung der Mittel sehr unterstützt und sich später auch persönlich davon überzeugt, dass die notwendigen Arbeiten schnell und unkompliziert in die Tat umgesetzt wurden. Deshalb ist es uns ein Anliegen, ihm die umgebauten Räume nun auch nach Fertigstellung zu präsentieren. Wir freuen uns, dass er unserer Einladung gefolgt ist.“

Dr. Stefan Rudolph zeigte sich angesichts der neuen Behandlungsplätze mehr als zufrieden: „Ich bin begeistert über dieses so wertvolle Ergebnis des Projektes. Es ist vor allem eine Win-Win-Situation für unsere Bürgerinnen und Bürger und ebenso für die Rostocker Zahnmedizin.“